Verabschiedung von Hermann Held: "Das Gesicht der Telefonseelsorge"

Zahlreiche Weggefährten waren zu seiner Verabschiedung erschienen. Der stellvertretende Leiter der Telefonseelsorge Fulda, Hermann Held, wurde am vergangenen Wochenende mit einem Gottesdienst in der Christuskirche in den Ruhestand verabschiedet. In einer emotionalen Ansprache bedankte sich Dekan Bengt Seeberg im Namen des Kirchenkreises bei Hermann Held. „Ich sehe in ihnen das Gesicht der Telefonseelsorge,“ sagte Seeberg. Held habe als studierter Theologe und ausgebildeter Supervisor drei Jahrzehnte für Kontinuität und Qualität der Einrichtung gestanden. Mit viel Engagement habe Held ein Netzwerk aus ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geschaffen. Der hauptamtliche Telefonseelsorger sei ein durch und durch gebildeter und spiritueller Mensch, der mit beiden Beinen im Leben stehe, sagte Seeberg. In seinen letzten Berufsjahren habe Held noch die PC-Technik, das Intranet und den elektronischen Dienstplan der Telefonseelsorge vorangetrieben.

„Dass die Telefonseelsorge in Fulda heute so gut aufgestellt ist, das ist zu einem großen Teil der hervorragenden Arbeit von Hermann Held zu verdanken,“ so der Dekan. Held habe immer wieder neu ehrenamtlich Mitarbeitende geworben und fortgebildet und sie dann in ihrer Arbeit unterstützt und begleitet. „Gerade in der Zeit der Pandemie hat sich gezeigt, wie wichtig das Angebot der Telefonseelsorge ist“, sagte Seeberg. Vor 33 Jahren war Held zunächst als ehrenamtlicher Mitarbeiter zur Telefonseelsorge gekommen und wechselte später ins Hauptamt. Als stellvertretender Leiter war er dann selbst für die einjährige anspruchsvolle Ausbildung der Ehrenamtlichen verantwortlich. 

Die Leiterin der Telefonseelsorge, Pfarrerin Dagmar Scheer, hatte den Gottesdienst unter das Motto von Psalm 91 gestellt. „Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt, und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, der kann gehen … lassen.“ Auf dieses Motto bezogen sich zahlreiche Rednerinnen und Redner in ihren Abschiedsreden. Viel habe Hermann Held im Übergang der letzten Monate vorbereitet, so dass sich beide Seiten vertrauensvoll den neuen Wegen überlassen können, hielten Dagmar Scheer und ihre katholische Kollegin Dorotheé Vilmin fest.

Diakon Michael Friedrich vom Kuratorium der Telefonseelsorge bescheinigte Hermann Held Bescheidenheit. Die Befreiungstheologie habe Held geprägt; die „Option für die Armen“ sei zu seiner Lebensphilosophie geworden. Held habe sich sehr für sein Arbeitsfeld engagiert, aber immer nach der Maxime gelebt, dass die Arbeit dem Menschen dienen solle und nicht der Mensch der Arbeit. Andreas Ruffing vom Seelsorgeamt des Bistums Fulda würdigte Held als einen aufrichtigen Menschen mit verschmitztem Humor und entspanntem Umgang mit Problemen. Bei einem anschließenden Empfang mit Buffet im Haus Oranien hatten die zahlreich erschienenen Gäste Gelegenheit, sich persönlich von Hermann Held zu verabschieden.

Evangelischer Kirchenkreis Fulda
Heinrichstraße 2
36037 Fulda

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